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Testosteron – der zentrale Taktgeber männlicher Leistungsfähigkeit

Mit Anfang dreißig war vieles selbstverständlich.

​Ein langer Arbeitstag? Kein großes Thema. Danach noch ins Training, anschließend Freunde treffen und am nächsten Morgen wieder raus.

​Der Körper machte einfach mit.

​Zwanzig Jahre später sieht das Leben vielleicht sogar besser aus. Beruflich ist viel erreicht. Die Erfahrung ist größer, Entscheidungen fallen leichter, finanziell steht man besser da als früher.

​Nur der eigene Körper scheint die Erfolgsgeschichte nicht ganz mitbekommen zu haben.

​Das Training bringt nicht mehr dieselben Ergebnisse. Die Erholung dauert länger. Um die Körpermitte sammelt sich Fett, das früher mit ein paar Wochen Disziplin wieder verschwunden wäre. Die Lust auf Sex ist vielleicht nicht mehr dieselbe. Manchmal fehlt aber auch etwas, das viel schwieriger zu beschreiben ist:

​der Antrieb.

​Man funktioniert noch. Vielleicht sogar ziemlich gut. ​Aber der Motor fühlt sich an, als würde er nicht mehr auf allen Zylindern laufen.

​Und irgendwann taucht eine Frage auf, die sich erstaunlich viele Männer ab vierzig stellen:

​Könnte es am Testosteron liegen?

​Die Antwort lautet: durchaus.

​Denn Testosteron ist weit mehr als das Hormon für Muskeln und Sexualität. Es beeinflusst zahlreiche Funktionen, die für die körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines Mannes von Bedeutung sind.

​Allerdings wäre es genauso falsch, jede Müdigkeit, jedes Kilogramm Bauchfett und jede schlechte Nacht allein dem Testosteron zuzuschreiben.

​Der männliche Hormonhaushalt ist kein einzelner Schalter.

​Er ist ein Regelkreis.

​Und genau deshalb lohnt es sich, ihn zu verstehen.

​Testosteron ist weit mehr als ein Sexualhormon

​Bei Testosteron denken viele zuerst an breite Schultern, Bartwuchs und Libido.

​Das greift deutlich zu kurz.

​Testosteron wirkt an zahlreichen Stellen im männlichen Organismus.

​In der Muskulatur unterstützt es den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse. Im Knochenstoffwechsel trägt es zur Stabilität des Skeletts bei. Es beeinflusst die Bildung roter Blutkörperchen und spielt eine zentrale Rolle für Sexualfunktion und sexuelles Verlangen.

​Auch Körperzusammensetzung und Fettverteilung stehen mit dem Androgenhaushalt in Verbindung.

​Und natürlich wirkt Testosteron auch im Gehirn.

​Veränderungen des Testosteronhaushalts können unter anderem mit Veränderungen von Stimmung, Antrieb und Wohlbefinden einhergehen.

​Das erklärt, warum ein ausgeprägter Testosteronmangel sehr unterschiedliche Gesichter haben kann.

​Der eine Mann bemerkt zuerst seine nachlassende Libido.

​Der nächste wundert sich darüber, dass er trotz Training Muskulatur verliert.

​Ein anderer beschreibt vor allem Müdigkeit und fehlenden Antrieb.

​Testosteron ist deshalb nicht einfach ein „Sexualhormon“.

​Es gehört zu den zentralen Hormonen der männlichen Physiologie.

​Aber wo entsteht Testosteron eigentlich?

​Hier wird es spannend.

​Denn die Testosteronproduktion beginnt nicht im Hoden.

​Sie beginnt im Gehirn.

​Man kann sich das Ganze wie eine Befehlskette vorstellen.

​Ganz oben sitzt der Hypothalamus. Er ist eine wichtige Schaltzentrale im Gehirn und registriert ständig, was im Körper geschieht.

​Von dort wird ein Signalstoff namens GnRH freigesetzt.

​Dieses Signal erreicht die Hypophyse – eine kleine Hormondrüse an der Unterseite des Gehirns.

​Die Hypophyse schickt daraufhin unter anderem das Luteinisierende Hormon, kurz LH, über das Blut in Richtung Hoden.

​Dort erreicht LH die sogenannten Leydig-Zellen.

​Und erst dort wird der eigentliche Auftrag ausgeführt:

​Testosteron produzieren.

​Hypothalamus → Hypophyse → LH → Hoden → Testosteron.

​So weit, so einfach.

​Doch jetzt kommt der entscheidende Teil.

​Der Körper misst gleichzeitig ständig, wie viel Testosteron vorhanden ist. Steigt der Spiegel ausreichend an, wird das Signal von oben gedrosselt. Sinkt er, kann die Achse stärker stimuliert werden.

​Dieses Prinzip nennt man negative Rückkopplung.

​Es ist ein biologischer Regelkreis – ähnlich wie ein Thermostat, das ständig überprüft, ob die gewünschte Temperatur erreicht ist.

​In der Medizin sprechen wir von der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse.

​Und genau dieser Regelkreis erklärt später auch, warum ein Testosteronwert allein nur einen Teil der Geschichte erzählen kann.

​Schlaf, Stress und Testosteron – die Systeme sprechen miteinander

​Im letzten Beitrag haben wir uns ausführlich damit beschäftigt, warum manche Männer morgens erschöpft und am Abend plötzlich hellwach sind.

​Jetzt schließt sich der Kreis.

​Denn unser Schlaf-Wach-Rhythmus und unser Hormonhaushalt existieren nicht unabhängig voneinander.

​Auch Testosteron folgt einem Tagesrhythmus. Bei jüngeren Männern sind die Konzentrationen üblicherweise morgens höher und sinken im Tagesverlauf.

​Schlaf spielt dabei eine wichtige Rolle.

​Deshalb kann dauerhaft schlechter oder zu kurzer Schlaf auch für den Hormonhaushalt relevant werden.

​Dasselbe gilt für Stress.

​Dabei sollten wir allerdings mit einem weitverbreiteten Mythos aufräumen.

​Es funktioniert nicht einfach so:

​Cortisol hoch = Testosteron runter.

​Der Körper ist komplizierter.

​Die Stressachse, der Schlaf-Wach-Rhythmus, der Stoffwechsel und die Geschlechtshormonachse beeinflussen sich gegenseitig.

​Kurzfristiger Stress gehört zum Leben und ist für einen gesunden Organismus kein Problem.

​Anders sieht es aus, wenn Schlafmangel, psychischer Druck, Stoffwechselprobleme, Krankheit und fehlende Regeneration über lange Zeit zusammenkommen.

​Dann kann sich auch die Regulation der Geschlechtshormone verändern.

​Das ist ein wichtiger Unterschied.

​Es geht nicht darum, Cortisol zum Feind zu erklären.

​Es geht darum zu verstehen, dass ein Körper, der dauerhaft mit anderen Belastungen beschäftigt ist, seine Hormone nicht unabhängig davon reguliert.

​Bauchfett ist kein passiver Energiespeicher

​Und damit kommen wir zu einem der spannendsten Zusammenhänge der Männergesundheit.

​Dem Bauch.

​Viele Männer bemerken ab vierzig eine Veränderung ihrer Körperzusammensetzung.

​Die Arme und Beine bleiben relativ schlank, aber um die Körpermitte entsteht langsam ein Ring, der sich erstaunlich hartnäckig hält.

​Oft wird das ausschließlich als Frage der Kalorien betrachtet.

​Doch Fettgewebe ist biologisch wesentlich interessanter.

​Es ist kein passiver Speicher, in den überschüssige Energie einfach eingelagert wird.

​Fettgewebe ist hormonell aktiv.

​Es produziert Botenstoffe und besitzt verschiedene Enzyme.

​Eines davon heißt Aromatase.

​Dieses Enzym kann Androgene in Östrogene umwandeln.

​Je mehr Fettgewebe vorhanden ist, desto relevanter kann dieser Stoffwechselweg werden.

​Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

​Übergewicht und insbesondere ausgeprägtes Bauchfett stehen häufig auch mit Insulinresistenz, Entzündungsprozessen und Veränderungen verschiedener hormoneller Signale in Verbindung.

​Das Verhältnis zwischen Testosteron und Stoffwechsel funktioniert deshalb in beide Richtungen:

​Stoffwechselprobleme und Übergewicht können mit niedrigeren Testosteronwerten einhergehen.

​Umgekehrt kann ein ausgeprägter Testosteronmangel Veränderungen von Muskelmasse und Körperzusammensetzung begünstigen.

​So kann ein Kreislauf entstehen.

​Weniger Muskelmasse.

​Mehr Fettmasse.

​Ungünstigere Stoffwechsellage.

​Veränderter Hormonhaushalt.

​Und wieder schlechtere Voraussetzungen für eine günstige Körperzusammensetzung.

​Das Entscheidende daran:

​Dieser Kreislauf ist nicht zwangsläufig eine Einbahnstraße.

​Gerade bei übergewichtigen Männern zeigen Untersuchungen, dass eine deutliche Gewichtsabnahme mit einer Erholung der körpereigenen Testosteronproduktion einhergehen kann.

​Das macht die Körperzusammensetzung zu einem der wichtigsten beeinflussbaren Faktoren der männlichen Hormongesundheit.

​Die Labor-Detektivgeschichte: Warum eine Zahl nicht genügt

​Stellen wir uns einen Mann Mitte vierzig vor.

​Er ist erschöpft, seine Libido hat nachgelassen und trotz Training verändert sich seine Körperzusammensetzung.

​Also lässt er Testosteron bestimmen.

​Auf dem Laborzettel steht beispielsweise:

​Gesamttestosteron: 500 ng/dl.

​Daneben befindet sich der Referenzbereich.

​Der Wert liegt darin.

​Fall abgeschlossen?

​Nicht unbedingt.

​Und jetzt beginnt unsere kleine Detektivgeschichte.

​Spur 1: Das Gesamttestosteron

​Das Gesamttestosteron ist zunächst ein wichtiger Ausgangswert.

​Es beschreibt – vereinfacht gesagt – die gesamte im Blut vorhandene Testosteronmenge.

​Allerdings schwankt Testosteron.

​Unter anderem abhängig von der Tageszeit, vom Schlaf, von akuten Erkrankungen und weiteren Faktoren.

​Deshalb sollte die Diagnose eines Testosteronmangels nicht auf einer einzelnen zufälligen Blutabnahme beruhen.

​Fachgesellschaften empfehlen bei entsprechendem Verdacht wiederholte, frühe morgendliche Nüchternmessungen – und die Diagnose ergibt sich aus Beschwerden und zuverlässig erniedrigten Werten zusammen.

​Aber selbst dann sind wir mit unserer Detektivarbeit noch nicht fertig.

​Spur 2: SHBG – der Transporteur

​Ein großer Teil des Testosterons schwimmt nicht frei im Blut herum.

​Es ist an Eiweiße gebunden.

​Eines davon ist das Sexualhormon-bindende Globulin, kurz SHBG.

​Man kann sich SHBG vereinfacht wie ein Transporteiweiß vorstellen, das Testosteron fest bindet.

​Und genau hier wird es interessant.

​Zwei Männer können ein ähnliches Gesamttestosteron besitzen und trotzdem unterschiedliche Mengen an frei verfügbarem Testosteron haben.

​Ist das SHBG beispielsweise deutlich erhöht, kann ein größerer Anteil des Testosterons fest gebunden vorliegen.

​Umgekehrt können niedrige SHBG-Werte das Gesamttestosteron niedriger erscheinen lassen.

​Deshalb kann SHBG bei bestimmten Konstellationen eine wichtige zusätzliche Information liefern.

​Spur 3: Das freie Testosteron

​Nur ein sehr kleiner Anteil liegt ungebunden als freies Testosteron vor. Gerade wenn SHBG deutlich erhöht oder erniedrigt ist, kann die Betrachtung des freien Testosterons helfen, das Gesamttestosteron besser einzuordnen.

​Damit kommen wir der Sache näher.

​Aber noch wissen wir nicht, warum Testosteron möglicherweise niedrig ist.

​Dafür brauchen wir weitere Spuren.

​Spur 4: LH und FSH

​Erinnern Sie sich an unsere Befehlskette?

​Gehirn → Hypophyse → LH → Hoden → Testosteron.

​Genau deshalb ist LH diagnostisch so interessant.

​Ist Testosteron niedrig und LH deutlich erhöht, versucht die Hypophyse gewissermaßen bereits kräftig, den Hoden anzutreiben.

​Das kann auf eine Störung auf Ebene der Hoden hinweisen.

​Ist dagegen Testosteron niedrig und LH unangemessen niedrig oder normal, muss man stärker an eine Störung der übergeordneten Regulation denken.

​Hier unterscheiden Mediziner vereinfacht zwischen einem primären und einem sekundären Hypogonadismus.

​Plötzlich wird aus einer einzelnen Zahl ein biologisches Bild.

​Gesamttestosteron.

​SHBG.

​Freies Testosteron.

​LH.

​FSH.

​Und je nach Situation weitere Parameter und Untersuchungen.

​Genau deshalb ist gute Hormondiagnostik keine Jagd nach einem möglichst hohen Testosteronwert.

​Sie ist Ursachenforschung.

​Was Männer selbst beeinflussen können

​Nach all dieser Biologie stellt sich natürlich die entscheidende Frage:

​Was kann ich selbst tun?

​Die Antwort ist erfreulich unspektakulär.

​Es gibt keine geheime Testosteronformel.

​Aber es gibt mehrere Faktoren, die nachweislich mit einem gesunden Hormonhaushalt zusammenhängen.

​Körperfett reduzieren – wenn zu viel vorhanden ist

​Bei Männern mit deutlichem Übergewicht ist Gewichtsreduktion einer der wichtigsten Ansatzpunkte.

​Das betrifft nicht nur Testosteron.

​Blutzuckerregulation, Blutdruck, Entzündungsbelastung, Schlaf und Herz-Kreislauf-Risiko können ebenfalls profitieren.

​Besonders relevant ist dabei das Fett um die Bauchorgane – das sogenannte viszerale Fett.

​Muskeln benutzen

​Muskulatur ist kein dekoratives Gewebe.

​Sie ist ein wichtiges Stoffwechselorgan.

​Regelmäßiges Krafttraining hilft dabei, Muskelmasse und körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Kombiniert mit Alltagsbewegung und Ausdauertraining entsteht daraus ein wesentlich sinnvolleres Konzept als die Vorstellung, eine einzelne Trainingsform würde dauerhaft den Testosteronspiegel „hochschießen“.

​Der Trainingsreiz ist wichtig.

​Die Regeneration danach ebenso.

​Schlaf ernst nehmen

​Wer dauerhaft fünf Stunden schläft und versucht, das anschließend mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen, beginnt am falschen Ende.

​Schlaf beeinflusst zahlreiche hormonelle und metabolische Prozesse.

​Deshalb gehört guter Schlaf zu den Grundlagen männlicher Gesundheit – nicht erst dann, wenn bereits Beschwerden bestehen.

​Mängel erkennen statt wahllos Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen

​Zink, Vitamin D, Magnesium und andere Mikronährstoffe erfüllen wichtige Funktionen im menschlichen Stoffwechsel.

​Ein tatsächlicher Mangel sollte ausgeglichen werden.

​Daraus folgt allerdings nicht, dass ein Mann mit ausreichender Versorgung durch immer höhere Dosierungen automatisch immer mehr Testosteron produziert.

​Mehr ist nicht automatisch besser.

​Die sinnvollere Frage lautet:

​Was fehlt tatsächlich?

​Alkohol, Medikamente und Erkrankungen nicht vergessen

​Auch Alkohol, bestimmte Medikamente und verschiedene Erkrankungen können den Testosteronhaushalt beeinflussen.

​Besonders wichtig sind dabei beispielsweise starkes Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen und bestimmte Medikamente wie Opioide oder Glukokortikoide.

​Wer die Ursache finden möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf Ernährung und Nahrungsergänzung schauen.

​Der gesamte gesundheitliche Kontext zählt.

​Wann sollte Testosteron untersucht werden?

​Nicht jeder Mann über vierzig benötigt automatisch ein umfangreiches Hormonlabor.

​Wenn jedoch mehrere typische Veränderungen zusammenkommen, kann eine Abklärung sinnvoll sein.

​Dazu gehören beispielsweise deutlich nachlassendes sexuelles Verlangen, Erektionsprobleme, Verlust von Muskelmasse oder Kraft, Veränderungen der Körperzusammensetzung und bestimmte weitere Beschwerden.

​Müdigkeit und fehlender Antrieb können dazugehören, sind für sich allein allerdings unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben.

​Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Beschwerden und Labor.

​Nach aktuellen Empfehlungen sollte ein Hypogonadismus nicht aufgrund eines einzelnen niedrigen Testosteronwertes diagnostiziert werden.

​Erforderlich sind passende klinische Beschwerden sowie mindestens zwei zuverlässig erniedrigte Testosteronwerte bei korrekt durchgeführten, frühen morgendlichen Nüchternblutabnahmen.

​Anschließend beginnt die eigentlich interessante Frage:

​Warum ist das Testosteron niedrig?

​Liegt die Ursache im Hoden?

​In der übergeordneten hormonellen Steuerung?

​Spielen Übergewicht oder Stoffwechsel eine Rolle?

​Schlaf?

​Medikamente?

​Eine andere Erkrankung?

​Erst wenn diese Frage beantwortet wird, wird aus einem Laborwert eine sinnvolle Diagnostik.

​Testosteron ist keine Zahl – sondern Teil eines Systems

​Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Artikels.

​Testosteron ist für den Mann von enormer Bedeutung.

​Für Sexualität.

​Für Muskulatur.

​Für Knochen.

​Für Blutbildung.

​Für Körperzusammensetzung und zahlreiche weitere Funktionen.

​Deshalb sollte ein tatsächlicher Mangel weder bagatellisiert noch als unvermeidlicher Bestandteil des Älterwerdens abgetan werden.

​Genauso wenig sollte Männergesundheit jedoch auf die Jagd nach einem möglichst hohen Testosteronwert reduziert werden.

​Die entscheidende Frage lautet nicht:

​„Wie bekomme ich meinen Testosteronwert möglichst hoch?“

​Sondern:

​„Warum steht mein Hormonhaushalt dort, wo er heute steht?“

​Genau dort beginnt echte Ursachenforschung.

​Das Wichtigste auf einen Blick

​Zentraler Taktgeber: Testosteron gehört zu den wichtigsten Hormonen männlicher Gesundheit und wirkt weit über Sexualität und Muskelaufbau hinaus.

​Komplexer Regelkreis: Die Produktion wird über eine empfindliche Feedback-Achse zwischen Gehirn (Hypothalamus, Hypophyse) und Hoden gesteuert.

​Systemische Einflüsse: Schlaf, chronischer Stress, Stoffwechsel und Körperzusammensetzung beeinflussen diesen Regelkreis direkt.

​Endokrines Bauchfett: Viszerales Fettgewebe wandelt über Aromatase Androgene um und bildet einen Teufelskreis mit dem Stoffwechsel.

​Mehrdimensionale Diagnostik: Ein einzelner Wert reicht nicht. Erforderlich sind Symptome, mindestens zwei morgendliche Nüchternmessungen sowie bei Bedarf SHBG, freies Testosteron, LH und FSH.

​Ursachenforschung: Ein niedriger Testosteronwert ist nicht das Ende der Diagnostik, sondern der Beginn der Frage nach dem Warum.

​Im nächsten Beitrag

​Wir haben gesehen, dass Fettgewebe weit mehr kann, als überschüssige Energie zu speichern.

​Besonders das Fett im Bauchraum verhält sich wie ein hormonell und stoffwechselaktives Organ.

​Es beeinflusst Hormone, Insulinstoffwechsel und Entzündungsprozesse – und steht in enger Verbindung mit einigen der wichtigsten Gesundheitsrisiken des Mannes ab vierzig.

​Deshalb schauen wir uns im nächsten Beitrag einen vermeintlich harmlosen Bauch etwas genauer an:

​Warum Bauchfett beim Mann weit mehr ist als ein optisches Problem

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